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🌐 Dolmetscher für Jiddisch - Übersetzung von Briefen, Archiven und Familiendokumenten

Hat Ihre Familie einen alten Brief, ein Tagebuch, eine Postkarte oder einen Gemeindeeintrag in hebräischen Buchstaben aufbewahrt, und niemand weiß mehr, was darin steht? TARGMANEBI übersetzt handschriftliches und gedrucktes Material auf Jiddisch ins Georgische, unter Mitwirkung eines Fachmanns für Jiddisch und mit deutlicher Kennzeichnung jeder unleserlichen Stelle.

Einen Dolmetscher für Jiddisch braucht man meist dann, wenn in einem Familienalbum, einer alten Schachtel oder unter den Sachen der Großmutter ein Text auftaucht, der in hebräischen Buchstaben geschrieben ist, den aber selbst jemand, der modernes Hebräisch kann, nicht lesen kann. Jahrhundertelang war Jiddisch die Alltagssprache der aschkenasischen Juden Mittel- und Osteuropas; das darin verfasste Material hat heute daher vor allem historischen, familiären und archivarischen Wert.

In der Regel kommen Menschen aus einem von drei Gründen zu uns: Eine Familie möchte die Geschichte ihrer Vorfahren verstehen, ein Forscher sucht den Inhalt einer Quelle aus einem Archiv, oder ein historisches Papier muss bei einer Behörde eingereicht werden. In allen drei Fällen ziehen wir einen Fachmann für Jiddisch hinzu und lesen den Text unter Berücksichtigung der Rechtschreibung, der Handschrift und des Wortschatzes der Zeit und der Region, aus der er stammt.

Jiddisch ist nicht modernes Hebräisch (Iwrit). Beide Sprachen werden mit demselben Alphabet geschrieben, doch Jiddisch ist eine germanische Sprache, und wer Iwrit kann, versteht einen jiddischen Text oft nicht. Deshalb klären wir vor der Übersetzung zuerst, in welcher Sprache jedes Blatt und jeder seiner Teile verfasst ist.

Übersetzungen mit Jiddisch

Die Hauptrichtung ist die Übersetzung aus dem Jiddischen ins Georgische: private Korrespondenz, Erinnerungen, Familienchroniken, Protokolle von Gemeindeorganisationen, Zeitungsartikel und literarische Auszüge. Bei Bedarf prüfen wir auch die Gegenrichtung, etwa die Aufbereitung eines kurzen georgischen Textes auf Jiddisch für eine Gedenkpublikation oder für im Ausland lebende Verwandte. Brauchen Sie die endgültige Fassung in einer anderen Sprache, vereinbaren wir das vor Beginn des Auftrags.

Handschriftliches Material

Briefe, Postkarten, Tagebücher, Notizen auf der Rückseite von Fotografien und Hefte in hebräischer Kursivschrift.

Gedruckter Text

Zeitungsausschnitte, Buchauszüge, Seiten aus Gedenkbüchern, gedruckte Gemeindeformulare und Bekanntmachungen.

Amtliche Verwendung

Vorbereitung der Übersetzung für die notarielle Beglaubigung, wenn ein historisches Dokument in einem amtlichen Verfahren eingereicht werden muss.

Jiddisch und Iwrit - warum es zwei verschiedene Sprachen sind

Viele meinen, jeder in hebräischen Buchstaben geschriebene Text sei Hebräisch. Tatsächlich ist die Grundlage des Jiddischen (ייִדיש) germanisch: Seine Grammatik und sein Grundwortschatz gehen auf mittelalterliche deutsche Mundarten zurück, zu denen Wörter hebräischen und aramäischen Ursprungs sowie in Osteuropa übernommene slawische Elemente hinzukamen. Das moderne Hebräisch, Iwrit, ist eine semitische Sprache und die Staatssprache Israels. Informationen zu den Leistungen für diese Sprache finden Sie auf der Seite Dolmetscher für Hebräisch (Iwrit).

Ein sichtbarer Unterschied liegt bei den Vokalen. In gewöhnlichen Iwrit-Texten werden die Vokale oft nicht geschrieben, während im Jiddischen Vokallaute durch eigene Buchstaben wiedergegeben werden: Alef, Wow, Jud, Ajin und ihre Verbindungen. Deshalb sieht ein jiddisches Wort oft lang aus, und wer Deutsch kann, erkennt manche Wörter sogar wieder, sobald die Buchstaben entziffert sind. Auf demselben Blatt können beide Sprachen vorkommen: der Haupttext eines Briefes auf Jiddisch, die Grußformel, eine Gebetsformel oder das Datum auf Hebräisch.

Die Sprache der aschkenasischen Juden: ein kurzer historischer Hintergrund

Das Jiddische entstand im Mittelalter auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches und verbreitete sich dann mit den aschkenasischen Juden nach Osten, auf die Gebiete Polens, Litauens, Belarus, der Ukraine, Ungarns und Rumäniens. Vor dem Zweiten Weltkrieg sprachen nach verschiedenen Schätzungen bis zu 11-13 Millionen Menschen Jiddisch. Man schrieb Briefe darin, druckte Zeitungen und Bücher, führte Theaterstücke auf und betrieb wissenschaftliche Forschung.

Der Holocaust vernichtete den größten Teil der jiddischsprachigen Gemeinden, und Auswanderung und Assimilation nach dem Krieg verringerten den alltäglichen Gebrauch der Sprache noch weiter. Heute ist Jiddisch vor allem in manchen orthodoxen Gemeinden eine lebende Sprache, besonders in den Vereinigten Staaten und in Israel, sowie in der Literatur und in der akademischen Forschung. Gerade deshalb ist die Nachfrage nach Übersetzungen meist mit der Vergangenheit verbunden: Familien suchen Informationen über ihre Vorfahren, Forscher nach Primärquellen.

Alphabet, Vokale und Schreibrichtung

Jiddisch wird von rechts nach links geschrieben, wobei manche Buchstaben darin eine andere Funktion haben als im Hebräischen. Das doppelte Jud (ײ) und das doppelte Wow (װ) werden als eigene Zeichen verwendet, und das Alef ist mal stumm, mal steht es mit einem Zeichen darunter für den Laut „a“ oder „o“. In alten Drucken und Handschriften werden diese diakritischen Zeichen oft gar nicht geschrieben, sodass das Erkennen eines Wortes vom Zusammenhang abhängt.

In der georgischen Übersetzung ändert sich die Schreibrichtung, doch der Aufbau des Originals muss erkennbar bleiben: wo ein neuer Absatz beginnt, wo am Rand eine Notiz steht, welche Zeile später mit anderer Tinte hinzugefügt wurde. Solche Einzelheiten geben wir mit einem kurzen Vermerk in eckigen Klammern an, damit der Leser genau weiß, was vom Verfasser stammt und was eine Erläuterung des Übersetzers ist.

Standard-, alte und sowjetische Rechtschreibung

Lange Zeit hatte das Jiddische keine einheitliche Rechtschreibung. Das YIVO, das 1925 in Wilna gegründete und seit 1940 in New York tätige Forschungsinstitut, erarbeitete in den 1930er Jahren Rechtschreibregeln, die bis heute als der bekannteste Standard gelten. In diesem System werden Wörter hebräischen und aramäischen Ursprungs in ihrer traditionellen, auf Konsonanten beruhenden Form geschrieben, der übrige Wortschatz phonetisch. Davor war das sogenannte „Daytshmerish“ verbreitet - ein dem Deutschen nachgeahmter Stil mit stummen Buchstaben und deutschen Wörtern.

In der Sowjetunion begann man ab 1920, auch Wörter hebräischen Ursprungs phonetisch zu schreiben, und später wurden in gedruckten Publikationen auch die eigenen Endformen der Buchstaben abgeschafft. Dadurch kann ein und dasselbe Wort in einer sowjetischen Zeitung und in einer Warschauer Publikation aus der Vorkriegszeit völlig anders aussehen. Für den Übersetzer ist das ein nützlicher Hinweis: Die Rechtschreibung hilft uns oft festzustellen, wo und ungefähr wann ein Text geschrieben wurde.

Handschriftliche Briefe und hebräische Kursivschrift

Familienkorrespondenz ist meist in hebräischer Kursivschrift, also in Schreibschrift, verfasst. In dieser Schrift unterscheiden sich die Formen der Buchstaben deutlich vom Druck, manche Buchstaben verschmelzen mit dem benachbarten, und jeder Verfasser hat seine eigene Art. Um Papier zu sparen, wurden Briefe oft eng beschrieben, an den Rändern und manchmal sogar quer über das Blatt. Viele Verfasser hatten keine formale Bildung und schrieben die Wörter so, wie sie sie aussprachen.

An solchem Material arbeiten wir Schritt für Schritt: Zuerst ermitteln wir anhand der eindeutig lesbaren Wörter die Buchstabenformen des jeweiligen Verfassers, dann lesen wir mit diesem „Schlüssel“ die unklaren Stellen. Ein Mundartwort, ein lokaler Ausdruck oder ein slawisches Lehnwort weist oft auch auf die Herkunft des Verfassers hin. Verblasste Tinte, ein eingerissener Rand oder eine entlang eines Falzes abgeriebene Zeile werden in der Übersetzung gesondert gekennzeichnet.

Welches Material aus dem Jiddischen übersetzt wird

Die Nachfrage nach Übersetzungen aus dem Jiddischen betrifft selten ein modernes staatliches Dokument. Meist handelt es sich um Material privater oder gemeindlicher Herkunft, das die Geschichte einer Familie, eines Ortes oder eines einzelnen Menschen bewahrt. Die Tabelle zeigt, in welcher Sprache ein bestimmtes Dokument verfasst sein kann und worauf wir bei seiner Übersetzung achten.

MaterialÜbliche SpracheWas wir prüfen
Familienbrief, PostkarteJiddisch, oft mit hebräischen FormelnDatum, Unterschrift, Adresse, Einträge auf dem Umschlag und der Poststempel
Erinnerungen, Tagebuch, ZeugnisJiddischNamen, Orte, Chronologie der Ereignisse
Gemeindebuch, MatrikeleintragHebräisch, Jiddisch oder zusammen mit der StaatsspracheInhalt der Spalten, Nummer des Eintrags, Kalendersystem
Ketubba (Ehevertrag)Hauptsächlich Aramäisch, mit hebräischen EinschübenNamen der Parteien, Datum, Ort, Zeugen
GrabinschriftHauptsächlich HebräischAbkürzungen, Name des Vaters, hebräisches Datum
Zeitung, Buch, ZeitschriftJiddischName und Ort der Publikation, Rechtschreibung, Zusammenhang

Familienbriefe, Postkarten und Umschläge

Auswanderungswellen haben Familien über verschiedene Kontinente verstreut; viele Familien haben daher Briefe aufbewahrt, die aus Amerika, Palästina oder europäischen Städten geschickt wurden. Sie können Nachrichten über Geburten, Hochzeiten und Todesfälle von Verwandten, über Umzüge oder über im Krieg erlittene Not enthalten. Oft ist gerade ein solcher Brief die einzige Quelle, in der der vollständige Name eines Vorfahren oder sein Heimatstädtchen vorkommt.

Deshalb sind der Umschlag und die Adressseite einer Postkarte nicht weniger wertvoll als der Text selbst. Der Poststempel, die Briefmarke, die Adresse des Absenders und ein Zensurvermerk helfen uns, Datum und Weg festzustellen. Solche Einträge sind oft in der Staatssprache; bei Bedarf verbinden wir daher in einem Fall die Arbeit eines Dolmetschers für Russisch, eines Dolmetschers für Polnisch oder eines Dolmetschers für Deutsch und schreiben die Namen überall gleich.

Erinnerungen, Tagebücher und Zeugnisse aus der Zeit des Holocaust

Nach dem Krieg schrieben Überlebende viele Erinnerungen auf Jiddisch nieder: Manche erschienen als eigene Bücher, manche blieben als Handschriften in der Familie, und manche gelangten in Archivbestände. Es erschienen auch Gedenkbücher ganzer Gemeinden (Yizkor-Bücher), hauptsächlich auf Jiddisch und Hebräisch, die das Leben und die Vernichtung einer bestimmten Stadt oder eines Städtchens beschreiben. Die Übersetzung eines solchen Textes erfordert nicht nur Sprachkenntnisse, sondern auch historische Genauigkeit und Respekt vor der Stimme des Verfassers.

In Zeugnissen bewahren wir den Erzählstil, die Wiederholungen und den emotionalen Ton des Verfassers; wir schmücken den Text nicht aus und kürzen ihn nicht. Die Namen von Lagern, Ghettos und Einrichtungen gleichen wir mit den in der historischen Literatur üblichen Formen ab, und einen unklaren Ortsnamen belassen wir zusammen mit der Originalschreibung. Die Arbeit am Material ist vertraulich, und die Familiengeschichte wird nicht an Dritte weitergegeben.

Gemeindeeinträge, Matrikelbücher und alte Bescheinigungen

Jüdische Gemeinden führten eigene Aufzeichnungen: Bücher der Beerdigungsbruderschaft, Protokolle von Hilfsvereinen, Mitgliederlisten von Synagogen und Aufzeichnungen über Wohltätigkeit. Solche Bücher sind oft gemischtsprachig: Überschriften und Formeln auf Hebräisch, laufende Einträge auf Jiddisch. Im Russischen Reich waren die Matrikelbücher jüdischer Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle in manchen Zeiträumen und Regionen zweisprachig, in der Staatssprache und auf Hebräisch.

Bei der Übersetzung einer alten Bescheinigung oder eines Auszugs behalten wir die Anordnung der Spalten, die Nummer des Eintrags und den Inhalt jedes Feldes bei. Wird ein und dieselbe Tatsache in zwei Sprachen angegeben und stimmen die Einträge nicht überein - ist etwa ein Name oder ein Datum unterschiedlich erfasst -, zeigen wir beide Fassungen und weisen in einer Anmerkung auf die Abweichung hin. Die richtige Fassung zu wählen ist nicht Aufgabe des Übersetzers: Das entscheidet der Forscher oder die empfangende Stelle.

Ketubba und Grabsteine: wenn der Text nicht auf Jiddisch ist

Die Ketubba, der jüdische Ehevertrag, wird traditionell auf Aramäisch mit einzelnen hebräischen Wendungen verfasst; in modernen Ketubbot kommt auch hebräischer oder zweisprachiger Text vor. Jiddisch steht in einem solchen Dokument, wenn überhaupt, meist nur in einzelnen von Hand ergänzten Angaben. Die Übersetzung einer Ketubba erfordert daher Kenntnisse aramäischer und hebräischer Rechtsformeln, und das berücksichtigen wir bei der Annahme des Auftrags.

Grabinschriften sind auch auf aschkenasischen Friedhöfen hauptsächlich auf Hebräisch. Sie enthalten feste Abkürzungen, etwa פ״נ („hier ruht“) und die am Ende stehende Gebetsformel תנצב״ה, sowie den Namen der verstorbenen Person zusammen mit dem Namen des Vaters und das Datum nach dem hebräischen Kalender, in dem Zahlen durch Buchstaben ausgedrückt werden. Ein Stein kann auch Text auf Jiddisch oder in der Staatssprache tragen. Senden Sie uns Fotos aus mehreren Winkeln, denn abgenutzte Buchstaben sind in schrägem Licht besser zu erkennen.

Zeitungen, Literatur und gedruckte Publikationen

Auf Jiddisch entstanden eine reiche Presse und Literatur: Tageszeitungen, Zeitschriften, Lyrik, Prosa, Theaterstücke und wissenschaftliche Werke. Ein Familienarchiv kann einen Zeitungsausschnitt mit einem Nachruf, eine Suchanzeige nach einem verschollenen Verwandten oder einen Artikel bewahrt haben, in dem ein Vorfahre erwähnt wird. In einem solchen Fall übersetzen wir sowohl den Text selbst als auch die Angaben zur Publikation: ihren Namen, die Ausgabennummer und das Datum, wenn sie auf dem Ausschnitt sichtbar sind.

Eine literarische oder wissenschaftliche Übersetzung braucht einen anderen Ansatz als ein Familienbrief. Hier zählen Stil, Rhythmus, Humor und Anspielungen aus der jüdischen Tradition. Vor Beginn eines solchen Projekts vereinbaren wir den Zielleser, den Bedarf an Fußnoten und eine einheitliche Regel für die Transliteration von Begriffen, damit der gesamte Text einheitlich ausfällt.

Genealogie und Archive

Einer der häufigsten Zwecke einer Übersetzung aus dem Jiddischen ist die genealogische Forschung. Familien und Forschende nutzen oft öffentliche Quellen wie die Zentrale Datenbank von Yad Vashem, die die Namen von Holocaustopfern und die sogenannten Gedenkblätter (Pages of Testimony) enthält; die Arolsen Archives, den früheren Internationalen Suchdienst in Deutschland, dessen Dokumente zu einem großen Teil online zugänglich sind; sowie das YIVO-Archiv in New York. Aus diesen Quellen erhaltene Kopien können auf Jiddisch, Hebräisch, Deutsch, Polnisch oder Russisch sein.

TARGMANEBI arbeitet nicht mit diesen Einrichtungen zusammen und stellt keine Anfragen in ihrem Namen. Unsere Aufgabe ist die genaue Übersetzung des Materials, das Sie erhalten haben oder das in der Familie aufbewahrt wurde. Haben Sie in einem Forschungsprojekt Dokumente in mehreren Sprachen, erstellen wir die Übersetzungen mit einer einheitlichen Schreibweise der Namen, damit Ihnen eine Person auf verschiedenen Blättern nicht als verschiedene Menschen erscheint.

Wiederherstellung der Staatsangehörigkeit und amtliche Anträge

Manche Staaten haben Regelungen zur Wiederherstellung der Staatsangehörigkeit von Personen, die in der NS-Zeit verfolgt wurden, und ihrer Nachkommen. In Deutschland etwa regelt Artikel 116 Absatz 2 des Grundgesetzes diese Frage, und die Fälle von Antragstellern mit Wohnsitz im Ausland bearbeitet das Bundesverwaltungsamt. Verfahren zur Wiederherstellung oder Bestätigung der Staatsangehörigkeit gibt es auch in anderen Ländern, etwa in Österreich und Polen, wobei sich Voraussetzungen und Anforderungen unterscheiden.

In solchen Fällen können historische Dokumente zum Nachweis der Abstammung und des Verwandtschaftsverhältnisses nötig sein, darunter Briefe oder Gemeindeeinträge auf Jiddisch. In welcher Sprache die Übersetzung vorliegen muss, ob sie eine Beglaubigung braucht und in welcher Form, bestimmt die empfangende Behörde; lesen Sie daher vorab deren aktuelle Hinweise oder die Empfehlungen Ihres Anwalts. Zum Inhalt des Antrags geben wir keine Rechtsberatung; wir fertigen eine genaue Übersetzung an und vereinbaren Zielsprache und Form vor der Bestellung.

Aschkenasische Juden in Georgien und die Sprache der georgischen Juden

Die jüdische Bevölkerung Georgiens bestand aus zwei Hauptteilen. Georgische Juden sprachen jahrhundertelang Georgisch; ihre Sprechweise wird manchmal Jüdisch-Georgisch oder Kivruli genannt, eine Varietät des Georgischen mit hebräischen und aramäischen Lehnwörtern. Jiddisch wurde in dieser Gemeinschaft traditionell nicht verwendet; ein jiddischer Text ist im Familienarchiv georgischer Juden daher selten.

Anders war es bei den aschkenasischen Juden, die sich ab dem 19. Jahrhundert, nach dem Anschluss Georgiens an das Russische Reich, in Tiflis und anderen Städten niederließen. Sie brachten das Jiddische mit: Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Tiflis sogar ein jiddisches Theater und ein Kulturleben, und in Nawtlughi ist bis heute ein aschkenasisch-jüdischer Friedhof erhalten. Stammten Ihre Vorfahren aus einer aschkenasischen Familie, können ihre Korrespondenz und ihre Aufzeichnungen durchaus auf Jiddisch sein.

Namen, Orte und Daten

In einem jiddischen Text kann eine Person mehrere Namen haben: einen hebräischen religiösen Namen, eine alltägliche oder verkleinernde jiddische Form und eine russische, polnische oder deutsche Variante, die in Personenstandsdokumenten eingetragen ist. In hebräischen Formeln wird der Name des Vaters mit einem Wort für „Sohn des“ oder „Tochter des“ mit dem Namen der Person verbunden. In der Übersetzung geben wir den Namen nach dem Original wieder, und wenn uns eine in einem anderen Dokument bestätigte Form vorliegt, nennen wir sie in Klammern.

Orte haben im Jiddischen oft einen eigenen Namen: Vilnius etwa heißt auf Jiddisch Vilne. Viele Ortsnamen haben sich mit den Grenzverschiebungen mehrfach geändert; wir geben einen Ortsnamen daher sowohl in seiner heutigen Form als auch so an, wie er im Original geschrieben ist. Bei der Bestimmung von Orten auf dem Gebiet der Ukraine hilft auch unser Service Dolmetscher für Ukrainisch. Ein Datum kann nach dem hebräischen Kalender angegeben sein, in Dokumenten des Russischen Reiches vor 1918 nach dem alten Stil; das Original belassen wir unverändert und nennen die gregorianische Entsprechung in einer Anmerkung.

Notariell beglaubigte Übersetzung und Apostille

Soll ein aus dem Jiddischen übersetztes Dokument in Georgien amtlich verwendet werden, kann eine notariell beglaubigte Übersetzung nötig sein. In Georgien beglaubigt der Notar die Unterschrift des Übersetzers; er prüft weder die Echtheit des historischen Dokuments noch den Inhalt der Übersetzung. Das ist besonders bei Privatbriefen wichtig, die weder eine ausstellende Behörde noch ein amtliches Siegel haben.

Eine Apostille wird nach dem Haager Übereinkommen von 1961 auf einer öffentlichen Urkunde angebracht - etwa auf einer heute ausgestellten Archivbescheinigung oder einer amtlich beglaubigten Kopie. Georgien ist seit dem 14. Mai 2007 Vertragsstaat des Übereinkommens; Deutschland, Österreich, Polen, Israel und die Vereinigten Staaten sind es ebenfalls. Ein Privatbrief ist keine öffentliche Urkunde, daher kommt eine Apostille für ihn in der Regel nicht in Betracht. Welcher Schritt nötig ist und in welcher Reihenfolge, entscheidet die empfangende Stelle.

Wie bestellen Sie eine Übersetzung mit Jiddisch?

Senden Sie uns einen vollständigen Scan oder scharfe Fotos des Materials: jede Seite, beide Seiten jedes Blattes, Umschläge, die Adressseite von Postkarten und Notizen auf der Rückseite von Fotografien. Beim Scannen sind eine hohe Auflösung und natürliche Farben vorzuziehen, denn der Schwarz-Weiß-Modus löscht verblasste Tinte oft vollständig aus. Schreiben Sie in Ihrer Nachricht kurz, wofür Sie die Übersetzung brauchen und was die Familie bereits weiß: Namen, Städte, ungefähre Jahre.

1

Eingang des Materials

Wir prüfen, ob jedes Blatt, jede Seite, jeder Umschlag und jede Anlage gesendet wurde.

2

Bestimmung der Sprache

Wir klären, wo Jiddisch steht und wo Hebräisch, Aramäisch oder die Staatssprache, und wie gut der Text lesbar ist.

3

Übersetzung und Abgleich

Wir gleichen die Übersetzung des Fachmanns bei Namen, Daten und Ortsnamen mit dem Original ab.

4

Übergabe

Wir übergeben sie elektronisch oder bei Bedarf in einer für die notarielle Beglaubigung vorbereiteten Form.

Was uns hilft, schnell zu beginnen

Bei umfangreichem Material nummerieren Sie die Dateien in der Reihenfolge der Blätter und senden Sie alle Seiten eines Briefes zusammen. Ein kurzer Stammbaum oder eine Liste bekannter Verwandter hilft dem Fachmann, Namen richtig zu erkennen, besonders wenn ein Brief nur Koseformen erwähnt.

Fristen, das Büro in Tiflis und Bestellung aus der Ferne

Ein kurzer, gut lesbarer Text, etwa ein einseitiger gedruckter Eintrag, ist in der Regel am selben oder nächsten Tag fertig, eine Garantie ist das jedoch nicht. Lange handschriftliche Briefe, Tagebücher und mehrseitige Erinnerungen erfordern schrittweise Arbeit; den Fertigstellungstermin nennen wir Ihnen, nachdem wir das Material durchgesehen haben. Eine große Sammlung kann Ihnen in Teilen übergeben werden, damit Sie die ersten Ergebnisse bald sehen.

Die Originale können Sie im Büro vorzeigen und die Übersetzung dort abholen: David-Aghmaschenebeli-Allee 118, Tiflis. Alte, empfindliche Blätter herumzutragen ist nicht ratsam; in den meisten Fällen genügt daher eine elektronische Kopie völlig, und das Original bleibt bei Ihnen. Bestellen können Sie aus der Ferne, aus jeder Stadt Georgiens oder aus dem Ausland. Die Liste der weiteren Sprachen finden Sie auf der Seite Übersetzer und Dolmetscher.

Qualitätskontrolle: eine unleserliche Stelle wird nicht erraten

Bei einem historischen Text ist das größte Risiko ein nach Vermutung ergänztes Wort. Deshalb kennzeichnen wir eine Stelle, die sich nicht lesen lässt, in der Übersetzung so: [unleserlich] oder [Blatt beschädigt], und ein teilweise erkanntes Wort geben wir mit einem Fragezeichen an. Nach Abschluss der Übersetzung gleichen wir jeden Namen, jede Zahl, jedes Datum und jeden Ortsnamen noch einmal mit dem Original ab.

Bei Bedarf ergänzen wir die Übersetzung um kurze Erläuterungen: was eine religiöse Formel bedeutet, auf welchen Feiertag sich ein Datum bezieht oder auf welches historische Ereignis angespielt wird. Eine Erläuterung ist immer vom Text des Verfassers getrennt und als Anmerkung des Übersetzers gekennzeichnet. Familienmaterial wird ausschließlich für die Übersetzung verwendet.

Haben Sie einen Brief, ein Tagebuch oder einen alten Eintrag auf Jiddisch? Senden Sie uns einen Scan jeder Seite und beschreiben Sie kurz den Zweck - wir sagen Ihnen, in welcher Sprache der Text verfasst ist, wie gut er lesbar ist und wann die Übersetzung fertig sein wird.

Anrufen: 501 113 200

Häufig gestellte Fragen zur Übersetzung mit Jiddisch

Sind Jiddisch und Hebräisch (Iwrit) dieselbe Sprache?

Nein. Beide werden mit dem hebräischen Alphabet geschrieben, doch Jiddisch ist eine germanische Sprache mit hebräisch-aramäischen und slawischen Elementen und bezeichnet Vokale mit eigenen Buchstaben. Iwrit ist eine semitische Sprache und die Staatssprache Israels. Deshalb bestimmen wir die Sprache des Textes, bevor die Übersetzung beginnt.

Wie finde ich heraus, in welcher Sprache mein Dokument verfasst ist?

Senden Sie uns ein scharfes Foto oder einen Scan. Wir bestimmen die Sprache und sagen Ihnen, ob auf einem Blatt mehrere Sprachen stehen, etwa ein jiddischer Text mit hebräischen Formeln oder russischen Postvermerken.

Übersetzen Sie handschriftliche Briefe?

Ja. Für handschriftliches Material ziehen wir einen Fachmann für Jiddisch hinzu, der die Handschrift des Verfassers Schritt für Schritt entziffert. Eine Stelle, die sich nicht lesen lässt, wird in der Übersetzung gekennzeichnet und nicht nach Vermutung ergänzt.

Ist eine Ketubba auf Jiddisch verfasst?

In der Regel nicht. Eine traditionelle Ketubba wird auf Aramäisch mit einzelnen hebräischen Wendungen verfasst, und Jiddisch kann darin nur in von Hand ergänzten Angaben vorkommen. Auch Grabinschriften sind überwiegend auf Hebräisch.

Kann eine Übersetzung aus dem Jiddischen notariell beglaubigt werden?

Ja. In Georgien beglaubigt der Notar die Unterschrift des Übersetzers, nicht die Echtheit oder den Inhalt des historischen Dokuments. Ob die Übersetzung eine Beglaubigung braucht, bestimmt die empfangende Stelle.

Eignet sich die Übersetzung für einen Einbürgerungsantrag in Deutschland oder einem anderen Land?

Das hängt von den Anforderungen der empfangenden Behörde ab: Sie legt die Sprache der Übersetzung, ihre Form und den Bedarf an einer Beglaubigung fest. Lesen Sie vor der Bestellung ihre aktuellen Hinweise, und wir bereiten die Übersetzung entsprechend vor.

Muss ich das Original mitbringen?

In den meisten Fällen nicht. Für die Übersetzung genügt ein hochwertiger Scan oder ein Foto, sodass alte, empfindliche Blätter bei Ihnen bleiben. Das Original brauchen Sie unter Umständen nur, wenn eine bestimmte Beglaubigungsregel es verlangt.

Wie schnell ist die Übersetzung fertig?

Ein kurzer, gut lesbarer Text ist in der Regel am selben oder nächsten Tag fertig, eine Garantie ist das jedoch nicht. Bei langen Handschriften und Erinnerungen nennen wir Ihnen den Fertigstellungstermin, nachdem wir das Material durchgesehen haben.

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TARGMANEBI

Übersetzung familiärer, archivarischer und historischer Materialien auf Jiddisch unter Mitwirkung eines Fachmanns, in Tiflis und aus der Ferne. Adresse - David-Aghmaschenebeli-Allee 118; Telefon - 501 113 200.

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